Beckenbodentherapie

Physio Pelvica — Physiotherapie bei Funktionsstörungen im Becken

Beckenbodentherapie für Kindern

Beckenbodengymnastik Für Ihr Kind besteht die physiotherapeutische Behandlung bei KINDgerecht aus diesen Komponenten:

  • Ausführliche Anamnese / Eltern- und Kindgespräch
  • KINDgerechte Erklärung der Anatomie und Funktion des Beckenbodens und der Beckenorgane
  • Miktions- und Defäkationskontrolle, z.B. mit Hilfe von Pipiprotokoll
  • Veränderung des Trinkverhaltens
  • Durchblutungsförderung
  • Verhaltenstraining auf der Toilette
  • Wahrnehmungsschulung für Blase/Darm und Beckenboden
  • Entspannungsübungen für Blase/Darm und Beckenboden
  • Einbau der Übungen in den Tagesablauf
  • Absprache mit dem behandelnden Arzt evtl. medikamentöse Therapie oder Biofeedback

Einnässen am Tag

  • Overaktive bladder (überaktive Blase) / idiopathische Dranginkontinez:
    Es entsteht plötzlich starker Harndrang bei einer geringen Blasenkapazität. Es kommt oft zu ungewolltem Einnässen und der Beckenboden ist häufig sehr verspannt.
  • Harninkontinenz mit Miktionsaufschub:
    Hierbei wird der Toilettengang herausgezögert und „Aufhaltemanöver“ wurden entwickelt. Insbesondere geschieht dies, wenn Kinder in bestimmten Situationen nicht zur Toilette gehen wollen, z.B. beim Spielen, beim Fernsehen, in der Schule. Auch kommt es vor, dass diese Kinder mit Stuhlverhalt (Obstipation) Probleme haben.
  • Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination (Hinman Syndrom):
    Bei dieser Koordinationsstörung haben die Kinder Probleme den Harn in einem Mal zu entleeren. Es kommt hier zur sogenannten Stottermiktion. Da die Blase nicht komplett entleert wird, kommt es oft zu Harnwegsinfekten.

Einnässen in der Nacht

  • Nässt ein Kind noch im Alter von 5 bis 6 Jahren im Schlaf ein, so bezeichnet man dies als Enuresis (nocturna). Bei 7-jährigen Kinder sind dies noch ca. 10%, bei 10-jährigen Kindern sind dies ca. 4,5%. Bei Jugendlichen sind es noch 1-2%.
  • Primäre Enuresis: Das Kind war nachts noch nie trocken.
  • Sekundäre Enuresis: Das Kind war schon einmal länger als ein halbes Jahr trocken, nässt nun aber wieder ein.

Sonderformen

  • Lazy bladder (faule Blase):
    Hierbei handelt sich es um eine sehr überdehnte Blase, als Folge einer Harninkontinenz mit Miktionsaufschub oder einer Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination (siehe oben). Die Kinder gehen sehr selten, ca. 3x am Tag, zur Toilette und entleeren dabei sehr viel Urin.
  • Giggle-Inkontinez:
    Bei dieser Inkontinenzform verlieren die Kinder ausschließlich beim Lachen Urin. Beim Hüpfen und Springen haben die Kinder keinerlei Probleme. Jedoch ist ihr Leidensdruck häufig sehr groß.
  • Belastungsinkontinez:
    Beim Hüpfen, Springen oder sonstiger Belastung auf den Beckenboden verlieren die Kinder Urin. Dies kann verschiedene Ursachen haben, beispielsweise ein verspannter Beckenboden, der nicht koordiniert ist oder eine zu geringe Spannung im Beckenboden und zu wenig Anspannung bei Belastung.

Beckenbodentherapie für Erwachsene

Um eine aussagekräftige Diagnose stellen und den Behandlungsplan optimal ausrichten zu können, ist bei Erwachsenen zunächst eine vaginale oder urogenitale bzw. anorektale Untersuchung notwendig. Unsere Therapeuten wurden deshalb extra ausgebildet, um solch eine Untersuchung durchführen zu dürfen. Selbstverständlich werden vorher alle offenen Fragen und Anliegen geklärt und es besteht frühzeitig die Möglichkeit Fragen zu stellen.

Die Untersuchung beinhaltet eine Inspektion, eine Palpation und einen Muskelfunktionstest. Befundet wird die Funktion der Muskulatur und Lagebestimmung der Beckenorgane

Indikationen zur Untersuchung

  • Diverse Inkontinenzformen (z.B. Harninkontinenz, Stuhlinkontinenz, Windinkontinenz, Scheidenluft – Flatus vaginae)
  • Nach gynäkologischen, urologischen und proktologischen Operationen
  • Prolaps uteri (tiefertreten des Uterus)
  • Urethrozele (Harnröhrensenkung = tiefertreten der Blase)
  • Zystozele (Blasensenkung = tiefertreten der Blase)
  • Rektozele/ Enteroezele (tiefertreten des Rektums – körperfern oder körpernah)
  • Pelvic pain (chronischer Schmerz im Beckenbodenraum, meist nicht erklärbar)
  • Dranginkontinenz

Falls Kontraindikationen für eine physiotherapeutische Behandlung vorliegen sollten, werden diese im Erstgespräch besprochen.

 

Weitere Informationen zu diesem Thema bekommen Sie bei der Gynäkologie Geburtshilfe Urologie Proktologie (AG GGUP).