Hypo/Hyperthonie — Tonusregulationsströung

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Hypo/Hyperthonie — Tonusregulationsströung

Hypo/Hyperthonie — Tonusregulationsströung

Tonus bezeichnet die körperliche Grundspannung, die jeder Mensch braucht, um sich halten und bewegen zu können. Von einer Regulationsstörung spricht man, wenn die Körperspannung zu niedrig — also hypo — ist, oder aber zu hoch — hyper!

Der Tonus entwickelt sich mit der Wahrnehmung und Bewegungsfähigkeit des Kindes. Das bedeutet, jede Bewegung und jeder sensorische Reiz — auditiv (durch singen oder klatschen) und visuell (z.B. Zappelmänner/Spielzeug/Berührung mit Händen/Pinsel/Bürsten usw.) — hat Einfluss auf die Tonussituation und erhöht diese. Dies nutzen wir in der Therapie, um Kindern mit einem Hypotonus mehr Körpergefühl zu geben. Also die Aufmerksamkeit des Kindes und seines Körpers auf jede mögliche Art zu stimulieren, um Bewegungen zu ermöglichen.

Hypotone Kinder zeigen in der Regel wenig Eigeninitiative und müssen daher ständig „gereizt“ werden. Diese Kinder werden fäschlicherweise häufig als „gemütliche“ Kinder abgestempelt. Was aber eher ein „nicht können/spüren“ als ein „nicht wollen“ ist.

Ein Hypertonus, also eine zu hohe Körperspannung erkennen wir häufig daran, dass Kinder sich „festmachen“; d.h. in der Bauchlage oder auf dem Arm überstrecken bzw. den „Flieger“ machen. Auch ein Hypertonus hindert ein Kind daran, sich zu bewegen. Denn um gezielt bewegen zu können ist es notwendig, dass die Muskulatur zusammenspielt, d.h.: koordiniert arbeitet. Meist liegt eine zu hohe Spannung der Strecker vor.

Das bedeutet für das Kind, die Rückenmuskulatur ist stärker als die Bauchmuskulatur, wodurch eine gute Nackenaufrichtung und Handstütz in Bauchlage sehr erschwert werden. Die Kinder hängen somit, ebenso wie die hypertonen Kinder, buchstäblich in den Seilen bzw. ihren Bändern. Die Entwicklung eines stabilen Schultergürtels und später eines stabilen Beckengürtels ist aber nur möglich, wenn die Beugemuskeln, z.B. Bauchmuskeln ebenso gut trainiert sind, wie ihr gegenüber. Nur dann ist später ein stabiler Sitz und koordiniertes krabbeln möglich.

Ziel unserer Therapie ist es, den Tonus richtig zu beurteilen und dann ggf. zu regulieren, um dem Kind ein normales physiologisches Bewegen zu ermöglichen.

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